Baumwollspinnerei - Kunst und Schlüsselindustrie
Wer heute vom Leipziger Westen spricht, kommt nicht umhin, sich mit der Geschichte der Baumwollspinnerei, unweit des Lindenauer Hafens, zu beschäftigen. Es ist das 10 Hektar große Areal, welches den angrenzenden Stadtteilen wie Plagwitz oder Lindenau nach dem Ende der DDR-Industrie neues Leben einhauchte. Wo noch 1907 über 4.000 Menschen im Drei-Schicht- Betrieb mit über 240.000 Spindeln Baumwolle verarbeiteten und die Fabrikstadt zur größten Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas heranwuchs, liegt heute die Wiege der „Neuen Leipziger Schule“. Es waren Künstler, Handwerker, Freiberufler und Menschen mit dem Wunsch nach individuellem Wohnen, die heutzutage als Pioniere einer herausragenden Revitalisierung gelten. Die Baumwollspinnerei ist ein Kristallisationspunkt für Kunst, innovatives Denken und zugleich ein Musterbeispiel, wie ein beeindruckendes Industriedenkmal nach der Wiedervereinigung eine zweite Geburtsstunde erleben kann. Die heutigen Mieter sind beispielsweise Modedesigner, Architekten und Goldschmiede. Kunst und Handwerkskunst haben hier einen Raum zum Leben gefunden, sind für den Leipziger Westen zur Schlüsselindustrie geworden. Unter dem Lable „Neue Leipziger Schule“ sind es die Galerie Eigen + Art sowie Leipzigs derzeit wohl bekanntester Sohn, Neo Rauch, die der Baumwollspinnerei ihr derzeitiges Renommee verleihen.



